Ein Hagelschaden sieht auf den ersten Blick einfach aus: viele kleine Dellen, verteilt über Dach, Motorhaube und Kofferraumdeckel. Für eine Kalkulation, die Kunde, Versicherer und Ihr eigener Betrieb nachvollziehen können, kommt es aber auf Systematik an. Dieser Ratgeber zeigt einen bewährten Ablauf.
1. Fahrzeug unter gutem Licht begutachten
Hageldellen sind oft flach und nur im Streiflicht sichtbar. Prüfen Sie das Fahrzeug deshalb in der Halle mit einer Reflexionslampe oder einem Linienboard – nicht in der prallen Sonne. Gehen Sie Bauteil für Bauteil vor und markieren Sie Dellen bei Bedarf mit abwaschbarem Stift.
Notieren Sie dabei auch, was die Reparatur erschwert:
- Material: Aluminium verhält sich anders als Stahl und braucht mehr Zeit.
- Zugänglichkeit: Wo kein Werkzeug von innen ansetzt, wird mit Klebetechnik gearbeitet.
- Vorschäden und Lackschäden: Was nicht durch den Hagel entstanden ist, gehört nicht in diese Kalkulation – dokumentieren Sie es trotzdem.
2. Dellen je Bauteil erfassen
Erfassen Sie für jedes betroffene Bauteil die Anzahl der Dellen und – wenn Ihr Auftraggeber das verlangt – deren Größe. Eine Kalkulation „Motorhaube: 23 Dellen“ ist nachvollziehbar, „Fahrzeug: ca. 80 Dellen“ ist es nicht.
Tipp: Fotografieren Sie jedes Bauteil, solange die Markierungen noch zu sehen sind. Die Fotos sind später Ihr Nachweis gegenüber Kunde und Versicherer.
3. Zeit oder Festpreis je Bauteil festlegen
Aus Dellenanzahl, Größe, Material und Zugänglichkeit ergibt sich der Aufwand je Bauteil. Ob Sie ihn in Stunden oder in Arbeitswerten (AW) angeben, hängt von Ihrem Auftraggeber ab. Für kleine Schäden oder Privatkunden ist ein Festpreis je Bauteil oft die einfachere Lösung.
Wie Arbeitswerte und Stundensatz zusammenhängen, erklärt der Ratgeber Arbeitswerte und Stundensatz.
4. Zuschläge berücksichtigen
Typische Zuschläge in der Dellentechnik sind:
| Zuschlag | Wann | Üblich als |
|---|---|---|
| Aluminium | Bauteil aus Aluminium | Prozent auf das Bauteil |
| Klebetechnik | Bauteil nur von außen erreichbar | Prozent auf das Bauteil |
Die Höhe der Zuschläge ist nicht gesetzlich festgelegt. Sie richtet sich nach Ihren Preisen oder nach den Vorgaben des Auftraggebers.
5. Arbeiten, Lack, Teile und Nebenkosten ergänzen
Zur Ausbeularbeit kommen oft weitere Positionen:
- Demontage und Montage, z. B. Innenverkleidung, Dachhimmel, Leuchten
- Lackierarbeiten, wenn Dellen nicht ohne Lackschaden zu beheben sind
- Ersatzteile wie Clips und Dichtungen, plus Klein- und Verbrauchsmaterial
- Nebenkosten wie Hohlraumschutz nach dem Ausbeulen oder ein Leihwagen
6. Ergebnis prüfen und als Kostenvoranschlag senden
Lesen Sie die Kalkulation einmal komplett: Sind alle Bauteile aus der Begutachtung enthalten? Stimmen die Zuschläge? Danach geht der Kostenvoranschlag mit Fotos an Kunde oder Versicherer.
Wie DellenPro dabei hilft
In DellenPro wählen Sie die Bauteile direkt in einer Fahrzeugskizze, erfassen Dellen und Zeit in Stunden oder AW und ergänzen Lack, Teile und Nebenkosten in derselben Kalkulation. Daraus entsteht der Kostenvoranschlag als PDF – und später mit einem Klick die Rechnung, die auf den Cent mit der Kalkulation übereinstimmt.

